Projekte


Musikleben und Musikalische Bildung in Frankfurt am Main 1780-1880

Wie stark und wirkungsmächtig die Vorstellung einer "musikalischen Bildung" im bürgerlichen Musikleben war (und noch immer ist), offenbart sich jedem, der sich mit der Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts befasst. Besonders gut greifbar wird das Phänomen in einer damals politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich bedeutenden Stadt wie Frankfurt am Main. Mein Forschungsvorhaben widmet sich verschiedenen spannenden (heute zum großen Teil unbekannten)  Musikerpersönlichkeiten wie Johann Nepomuk Schelble oder Franz Xaver Schnyder von Wartensee und ist als musikwissenschaftliches Habilitationsvorhaben an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz konzipiert.



Musikforschung im Festjahr 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Aus Anlass des deutsch-jüdischen Festjahres 2021 organisiere ich gemeinsam mit PD Dr. Fabian Kolb (Mainz) das musikwissenschaftliche Symposium: Juden im Musikleben des 19. Jahrhundert – Zentren, Diskurse, Akteure. Die Forschung hat dem jüdischen Musikleben zwar immer wieder vereinzelt Aufmerksamkeit geschenkt, ohne es allerdings konsequent in den weiteren Kontext der „großen Erzählung“ der Kultur- bzw. Musikgeschichte einzureihen. Die Tagung in Köln im Oktober-November 2021 (genauer Termin steht noch nicht fest) beabsichtigt, diese bislang zu wenig beachtete jüdische Seite im deutschen Musikleben des 19. Jahrhunderts sichtbar zu machen.

Zu den vergessenen jüdischen Musikerpersönlichkeiten gehörte bis vor kurzem Isaac Offenbach - nicht nur Vater des bekannten Komponisten Jacques Offenbach, sondern vor allem auch Kantor der gerade erste um 1800 wiedergegründeten Kölner Synagogengemeinde. 2019 wurde sein Schaffen im Rahmen des Offenbachjahres wiederentdeckt: synagogale Gesänge, volkstümliches Musiktheater und virtuose Gitarrenstücke. Vor allem aber konnte ich das um 1840 zuhause in der Kölner Glockengasse angelegte musikalische "Familienalbum" ausfindig machen, das ich derzeit wissenschaftlich bearbeite und herausgeben werde. Ein Vorgeschmack darauf findet sich hier.


Walzer und Cancan: Tanz, Musik und Theater in Paris und Wien im 19. Jahrhundert

"Unterhaltungsmusik" ist ein musikhistorisch bislang zu wenig aufgearbeitets Feld, das allerdings mit Blick auf die beiden großen musikalischen Metropolen Wien und Paris im 19. Jahrhundert von enormer Bedeutung ist. In den nächsten Jahren werde ich - auch in der Perspektive des 200. Geburtstag Johann Strauß' Sohn im Jahr 2025 - dieses Themenfeld forschend voranbringen. Geplant sind Publikationen u.a. beim Verlag Böhlau (Köln/Wien) und bei den Editions bleu nuit (Paris).



Jacques Offenbach

Seit vielen Jahren kreist meine wissenschaftliche Arbeit um das Schaffen Jacques Offenbachs. Geboren 1819 in Köln, wanderte er 1833 nach Paris aus - wo er ab 1855 mit Werken wie Orphée aux Enfers, La Vie parisienne oder Les Contes d'Hoffmann die Welt des Musiktheaters revolutionierte. Aus Anlass seines 200. Geburtstags hat ihn seine Geburtsstadt Köln 2019 mit einem großen Jacques-Offenbach-Jahr gefeiert, dem ich als Wissenschaftler und pädagogischer Berater verbunden war. Hier ein persönlicher fotografischer Rückblick auf das Jahr 2019 - weitere Informationen auch über das Offenbach-Jahr hinaus  - etwa zum großen Schulprojekt "Jacques & ich" - finden Sie unter www.yeswecancan.koeln.


Shalom Cologne!

Mit dem Kölner Forum für Kultur im Dialog initiiere ich 2021 ein Vermittlungsprojekt für Schüler*innen, das vom Verein 321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V. sowie vom Bundesinnenministerium, dem Land NRW, der Stadt Köln und weiteren Partnern (u.a. Synagogen-Gemeinde Köln, Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. , Rhein-Energie, Sparkasse Köln Bonn, Imhoff-Stiftung, LVR, Amadeu-Antonio Stiftung u.a.) unterstützt und gefördert wird. Anlass ist das Festjahr, mit dem 2021 in der gesamten Bundesrepublik 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland gefeiert wird.

Kern des Vermittlungsprojekts ist ab dem 15.Februar die für das Festjahr von uns entwickelte Online-Plattform mit vielen konkreten Vorschläge zur unterrichtlichen Auseinandersetzung mit jüdischem Leben. Ergänzt wird die Plattform durch ein kreatives Feature: den Musik-Wettbewerb „Klezmer und Cancan“. Nicht zuletzt stoßen wir, gemeinsam mit der Synagogengemeinde Köln und dem Schuldezernat der Stadt Köln, das große Köln-Mosaik XXL an – ein weithin sichtbares Zeichen für mehr Toleranz, Respekt und Vielfalt. Die vielen eingereichten Fotos werden digital zu einem großen, von Künstlern und Kindern kuratierten Köln-Mosaik zusammengefügt.